Der portugiesische Archipel Madeira, geschützt durch seine marinen und terrestrischen Reservate, ist ein wahres Heiligtum für die Biodiversität, insbesondere für den Mönchsrobben. Mit seinen atemberaubenden vulkanischen Landschaften verspricht Madeira einen totalen Tapetenwechsel in nur wenigen Flugstunden.
1. Entdecken Sie spektakuläre Vulkanlandschaften
Der vulkanische Ursprung Madeiras hat beeindruckende Landschaften geformt – an Land ebenso wie unter Wasser. Die Unterwasserwelt spiegelt die Szenerie an der Oberfläche wider: geometrische Felsformationen, Höhlen und steil abfallende Wände schaffen eine Umgebung, die ständig zur Erkundung einlädt.
2. Tauchen Sie in marine Schutzgebiete ein
Zwei Drittel des Archipels stehen unter Schutz. Dazu gehört das 1986 gegründete Naturreservat Garajau, das erste marine Schutzgebiet Portugals. Es erstreckt sich über rund 376 Hektar an der Südostküste Madeiras. Auch das Gebiet rund um Ponta de São Lourenço im Osten der Insel gehört dazu und bietet eine außergewöhnliche Biodiversität sowie eindrucksvolle vulkanische Unterwasserlandschaften.
3. … insbesondere rund um die Desertas-Inseln
Das Meeresreservat der Desertas-Inseln wurde 1990 gegründet und umfasst fast 15.000 Hektar etwa 25 Kilometer südöstlich von Madeira. Einige Bereiche sind streng geschützt und nicht zugänglich, in bestimmten Zonen ist Tauchen jedoch unter Auflagen erlaubt.

Foto: Madeira Promotion Association – Nuno Sa
4. Entdecken Sie die Fauna des subtropischen Atlantiks
Madeira bietet zahlreichen Meeresarten einen Lebensraum. Auch wenn die sessile Fauna vergleichsweise zurückhaltend ist, begegnen Taucher regelmäßig Barrakudas, Muränen, Drachenköpfen, Papageifischen, Seepferdchen oder Atlantischen Lippfischen (Symphodus trutta). Am Meeresboden lassen sich außerdem verschiedene Wirbellose beobachten, darunter Pfeil-Geisterkrabben (Stenorhynchus seticornis) und Bart-Feuerborstenwürmer (Hermodice carunculata).
5. Tauchen Sie mitten hinein ins pelagische Leben
In tieferen Gewässern eröffnet sich eine andere Dimension des Tauchens. Barrakudas, Teufelsrochen, Thun, Stachelmakrelen und Mondfische werden regelmäßig gesichtet und sorgen für eindrucksvolle Begegnungen im offenen Wasser.
6. Mit etwas Glück eine Mönchsrobbe beobachten
Auf den Desertas-Inseln lebt eine kleine Kolonie von Mönchsrobben (Monachus monachus), einer stark bedrohten Art. Sichtungen bleiben selten, einige Anbieter organisieren jedoch Ausfahrten mit Naturführern, bei denen sich die Tiere manchmal vom Boot aus beobachten lassen – Fernglas empfohlen.

Foto: Madeira Promotion Association – Simon Zino
7. … oder ganz sicher Wale und Delfine
Je nach Jahreszeit besuchen rund zwanzig Wal- und Delfinarten die Gewässer des Archipels. Besonders häufig sind Delfine, darunter Zügeldelfine (Stenella frontalis) und Große Tümmler (Tursiops truncatus). Nicht selten begleiten sie die Boote auf dem Weg zu den Tauchplätzen. Mit etwas Glück lassen sich auch Grindwale (Globicephala melas), Pottwale (Physeter macrocephalus), Buckelwale (Megaptera novaeangliae) oder Finnwale (Balaenoptera physalus) beobachten.
8. Tauchen Sie an künstlich versenkten Wracks
Zu den bekanntesten Wracks zählt die Bowbelle, auch Pronto genannt, ein 90 Meter langes britisches Frachtschiff, das 1996 versenkt wurde, um ein künstliches Riff zu schaffen. In der Nähe des Hafens von Funchal, in rund 30 Metern Tiefe, beherbergt es heute eine artenreiche Fauna mit Zackenbarschen, Congern und Nacktschnecken. Auch die Wracks der Madeirense, einer ehemaligen Fähre, und der Militärkorvette Afonso Cerqueira gehören zu den beliebten Tauchplätzen der Insel.
9. Genießen Sie außergewöhnliche Sichtweiten
Die Gewässer Madeiras sind für ihre Klarheit bekannt, mit Sichtweiten von oft mehr als 20 Metern. Verantwortlich dafür sind die geringe Planktonkonzentration und die begrenzte Erosion der vulkanischen Böden. Auch die vergleichsweise geringe landwirtschaftliche und industrielle Nutzung der Insel trägt dazu bei, die Verschmutzung durch Abwässer gering zu halten.

Foto: Madeira Promotion Association – Scorpio Madeira
10. Entdecken Sie die schönsten Orte Madeiras
Nutzen Sie Ihren Aufenthalt, um Funchal mit seinem farbenfrohen Markt und dem botanischen Garten zu erkunden. Wanderfreunde schätzen die berühmten Levadas – Wege entlang alter Bewässerungskanäle. Santana ist bekannt für seine traditionellen strohgedeckten Häuser, während Cabo Girão spektakuläre Ausblicke bietet. Der Naturpark Madeira, UNESCO-Weltnaturerbe, beeindruckt mit üppiger Vegetation und eindrucksvollen Vulkanlandschaften.
Praktische Informationen
- Zeitzone: -1 Stunde ganzjährig
- Währung: Euro
- Wassertemperatur: 18 bis 24 °C je nach Saison
- Einreisebestimmungen: Reisepass oder Personalausweis ausreichend, da Portugal Mitglied der Europäischen Union ist
- Beste Zeit zum Tauchen: April bis Oktober
- Ausrüstung: Ab dem späten Frühjahr genügt meist ein 5-mm-Anzug
- Tauchlevel: je nach Tauchplatz für alle Erfahrungsstufen geeignet
- Gesundheit: Standardimpfungen empfohlen
Madeira ist ein unverzichtbares Tauchziel, das spektakuläre Landschaften mit einer außergewöhnlichen marinen Biodiversität verbindet.
Dieser Artikel, ursprünglich von Isabelle Croizeau für unsere Printausgabe verfasst, wurde für das Web angepasst.
Titelbild: Madeira Promotion Association – Carlos Gouvia